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Clean Clothes

Nähen bis zum Umfallen? Eine Diskussionsveranstaltung mit Sergio Chávez

Am 23. September besuchte Sergio Chávez aus El Salvador die Modeschule Hetzendorf, um mit den SchülerInnen über die Arbeitsbedingungen von NäherInnen in Mittelamerika zu diskutieren.


„Ist Kinderarbeit in der Bekleidungsindustrie noch üblich?“, „Warum verdienen die NäherInnen unserer Kleidung so wenig?“, „Stimmt es, dass Frauen entlassen werden, wenn sie schwanger sind?“ und „Verdienen Männer mehr als Frauen?“. Das und vieles mehr wollten die SchülerInnen des 4. und 5. Jahrganges von Sergio Chávez wissen, der die Modeschule Hetzendorf im September 2008 besuchte, um mit den SchülerInnen über die Arbeitsbedingungen von NäherInnen in Mittelamerika zu diskutieren.

Sergio Chávez ist Menschenrechtsaktivist aus El Salvador und kennt die Situation der Bekleidungsindustrie genau. Er ist Experte in Sachen Arbeitsrechte in Mittelamerika und kann viele Beispiele aus der Praxis erzählen. Seit 1998 arbeitet er für das National Labor Committee (NLC), einer Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in New York, die sich um das Thema Menschen- und Arbeitsrechte in den Maquilas (Nähzentren) kümmert. Die Hauptaufgabe seiner Arbeit sieht er darin, KonsumentInnen in den USA und Europa über die Zustände in den Maquilas aufzuklären. Er arbeitet aber auch direkt mit Betroffenen zusammen und informiert Bekleidungsfirmen und die Öffentlichkeit über Missstände in der Produktion. Daher hat die Clean Clothes Kampagne für faire Arbeitsbedingungen weltweit (www.cleanclothes.at) ihn nach Österreich eingeladen, um auch bei uns über die Situation zu informieren.

Eine Näherin in San Salvador verdient nur 6 Dollar pro Tag, doch wenn sie Kosten für Essen und Transport abzieht, bleiben ihr nur mehr 50 Cent. Dass sich das nicht ausgehen kann, ist klar. Und wenn sie nicht jeden Tag ihre – sehr hoch liegende – Stückzahl von Hemden fertig stellt, muss sie am Wochenende unbezahlt nacharbeiten. Aufs Klo darf sie 2x täglich gehen und Krankenstand ist – inoffiziell – nicht erlaubt. Dies und vieles mehr berichtet Sergio, und gratuliert den SchülerInnen für ihre kritischen Fragen und konstruktiven Ideen.

„Euer Interesse macht uns Mut! Ich wünsche euch, dass ihr die weltbesten Designerinnen und Designer werdet!“ strahlt er zum Abschluss.

Wear Fair


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Achtung: diese Webseite wird nicht mehr aktualisiert. Aktuelle Berichte der Clean Clothes Kampagne finden Sie unter: www.cleanclothes.at
Immer noch nützlich sind jedoch die zahlreichen Bildungsmaterialien zum Thema globale Zusammenhänge in der Textil- und Bekleidungsindustrie auf dieser Seite.